Camping im Herbst in Holland

Sind unterwegs nach Texel

Auch wenn man in der aktuellen Situation nicht weiter kommt als in den Garten oder zum Klopapier kaufen, wollen wir trotzdem über vergangene Ausflüge und Reisen berichten. Gerade an diese Tour nach Texel erinnern wir uns immer wieder gern.

Sind unterwegs nach Texel

Eigentlich wollten wir Ende letzten Jahres gar nicht mehr weg. Aber dann wurde ich zu einer „freiwilligen Pflichtveranstaltung“ eingeladen zu der ich so gar keine Lust hatte. Also bevor ich mich jetzt mit Leuten treffe die ich nicht unbedingt sehen will, dann lieber mit der halben Familie in den Kurzurlaub.

Ilona hat sich dann auch gleich daran gemacht und einen Campingplatz in den Dünen raus gesucht. Also Camping-Zeug eingeladen und ab nach Texel.

Die Fahrt Richtung Holland und durch Holland wie immer sehr entspannt. Und die 5-spurigen Autobahnen (pro Richtung!) sind immer wieder ein Schauspiel. Ohne Wartezeit dann rauf auf die Fähre und ein bisschen Seeluft schnuppern. Keine halbe Stunde später sind wir dann auch schon auf der Insel.

Schöne Landschaft und egal wohin man will, in 15 Minuten ist man da. Gerade mal 24 km lang und 10 km breit ist dieses kleine Paradies. Und mit dieser Größe ist die Insel auch schon die Größte der Westfriesischen Inseln. Wir machen uns auf den Weg nach De Koog zum Kogerstrand.  

Unsere Zugangsdaten für den Campingplatz hatten wir bei der Buchung schon per Mail bekommen. Also vorfahren bis an die Schranke, Code eingeben und schon sind wir drin. Jetzt nur noch den Stellplatz suchen.

Texel Sehenswürdigkeiten

Der Campingplatz ist genau wie auf den Bildern im Internet. Schmale gepflasterte Wege durch hohe Dünen und grünen Wildwuchs. Es wimmelt von Wildkaninchen und Fasanen.

Die Nummerierungen der Stellplätze sind etwas mickrig geraten aber nach zweimal Wenden finden wir unseren Platz dann doch. Es ist Oktober und entsprechend leergefegt ist der Campingplatz.

Campen in den Dünen

Unser Platz befindet sich auf einer Anhöhe. Wir schleppen unser Hab und Gut einen kleinen Trampelpfad hinauf und bauen unser Domizil für die nächsten Tage auf.

Für Strom benötigen wir einen Adapter. Den bekommen wir vor Ort für 15,- Euro. Oder bei Amazon für einen 10er*. Das Auto muss wieder weg auf den Parkplatz. Auto abgestellt und erstmal eine Runde zum Strand. Es ist kerniges Wetter aber die Sonne scheint… und der Magen knurrt. Wir spazieren nach De Koog (Fußweg 5 Minuten) und suchen uns ein kuscheliges Lokal. Vollgefuttert geht’s dann zurück ins Zelt noch eine runde Karten spielen und ab in die Falle. Wir sind ausgestattet mit Heizlüftern die uns in den kalten Abenden gute Dienste leisten.

Die Nacht erweist sich dann als doch nicht so erholsam. Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h zerren am Zelt und an meinen Nerven das ich Angst habe es fliegt mit uns ins Meer. Ich finde keine Ruhe. Im Zelt ist die Geräuschkulisse noch mal so schlimm. Unser Pavillon den wir vors Zelt gespannt haben macht noch schlimmere Geräusche.

Ich krabbel mit Latschen und Jogginghose vors Zelt und sehe dass unser Pavillon dabei ist, sich zu verabschieden. Das Gestänge ist schon eingeknickt und die Plane flattert wild im Wind und Regen. So stehe ich da mitten in der Nacht bei Sturm und Regen und versuche zu retten was zu retten ist. Aber irgendwie bin ich rat- und planlos. Ilona ruft aus dem Zelt nach mir und ich rufe nach Hilfe. Jetzt krabbelt auch Ilona ins Freie. Auch nur Jogginganzug und Latschen an, stellt sie sich mit mir in den Regen. Jetzt rätseln wir zu zweit, jeder eine Stange in der Hand, wie wir aus der Nummer wieder raus kommen.

Ich zücke also mein Taschenmesser und zerlege die Plane. Die Spannseile müssen auch dran glauben. Wir versuchen die flatternden Planen zu bändigen damit sie nicht bis Amsterdam fliegt. Irgendwie schaffen wir es die Planen im Sturm zusammen zu legen und zerlegen danach das Gestänge. Das bleibt dann auch erstmal im Sand liegen. Das funktioniert natürlich nicht mit der Plane. Die muss in Sicherheit gebracht werden damit sie nicht doch noch weg fliegt.

Also notdürftig die Regenjacken über den Schlafanzug gezogen und ca. 400 Meter durch Regen und Sand bis zum Auto. Wir stemmen uns gegen den Sturm, ziehen die Plane hinter uns her und lachen uns halb tot. Am Auto angekommen stecken wir die Plane in den Kofferraum und machen uns auf den Rückmarsch. Ich checke noch kurz das Zelt und die Heringe bevor ich wieder hinein krieche. Meine Hose ist klatsche nass und ich umarme noch ein paar Minuten einen Heizlüfter um mich trocken zu legen. Irgendwann wieder im Bett schlafe ich dann doch noch ein.

Nicht ganz so dramatisch läuft es die anderen Tage. Tagsüber herrliches schönes Wetter, zwischendurch mal etwas Wasser von oben, und Nachts Stürme die mir Angst machten. Das Zelt jedoch steht wie eine eins. Keine erkennbaren Schäden und die Heringe die ich extra für Sandboden* gekauft hatte, bewegen sich keinen Millimeter. Alles bombenfest.

Morgens gibt es Brot und Brötchen in allen Variationen vom Campingplatz. Wurst und Käse hatten wir mit. Die sanitären Anlagen sind blitzeblank, jedoch sind die etwas älteren Einrichtungen nicht beheizt. Mir ist das egal, die Mädels nutzen aber die neuen Anlagen die jeden Komfort bieten.

Texel Wildpferde

Tagsüber finden wir einige Möglichkeiten unsere Zeit zu nutzen.

Den ersten Tag machen wir uns ins Naturschutzgebiet Bollekammer. In dieser wilden Gegend leben aktuell 8 Wildpferde und einige schottische Hochlandrinder. Der Nationalpark ist eingezäunt und innerhalb sollte man nicht vom Weg abkommen. Wilde Natur und wilde Tiere. Zu den Pferden sollte man 20 Meter Abstand halten. Das klappt natürlich nicht immer. Erst sieht man nicht eins, und dann stehen sie hinter dem nächsten Hügel mitten auf dem Weg.

Wildpferde auf Texel

Schnauft dich so ein beeindruckendes Tier einmal an, springst du die Dünen hoch wie ein Guppy.  Sehr Respekt einflößend. Gerade wenn man es Zuhause nur mit einer alternden Katze zu tun hat. Doch keine Angst, die Pferde sind Spaziergänger gewöhnt und kümmern sich nicht weiter um dich. Die Rinder haben wir jedoch nur aus der Ferne gesehen.

Bunker auf Texel

Wir klettern noch auf den ein oder anderen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg und machen uns zurück zu unserer Unterkunft, oder was davon noch da ist.

Robbenstation Texel

Ilona sucht für den nächsten Tag die Robben Auffangstation Ecomare heraus.

Auch die nur einen Katzensprung entfernt. Heute fällt etwas mehr Wasser vom Himmel, wir bleiben aber unbeeindruckt. Die Einrichtung ist sehr schön und aufgeräumt. Und man erfährt viel über die Tiere in der Station. Sehr interessant und beeindruckend.

Leuchtturm Texel

Auch der Leuchtturm auf Texel ist einen Stop wert. Erstmal hoch gekraxelt wird man mit einem traumhaften Ausblick belohnt.

Leuchtturm Texel
Ilona mit Anhang

In der Nähe kehren wir in ein Lokal ein und bestellen eine Kleinigkeit zu essen. Ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber das Essen war, vorsichtig gesagt, also es lag schwer im Magen. Nur noch austrinken und zurück ins Zelt.

Für die Zeit in der wir nirgends hin fahren oder etwas besichtigen gibt es ja noch das Meer. Stundenlang können wir am Strand flanieren und dem Rauschen des Meeres lauschen. Egal bei welchen Wetter. Auf Texel kann man im Oktober einen wild romantischen Kurzurlaub verbringen. So dass uns die Heimreise fast etwas schwer fällt.

Auf die Fähre kommen wir nach einer halben Stunde Wartezeit. Nochmal 30 Minuten später sind wir wieder auf den Festland. Rückfahrt war etwas mehr Verkehr, sind aber ohne Probleme wieder Zuhause angekommen. Mit zerlegten Pavillon im Gepäck.

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Dirk schreibt und textet, Ilona segnet ab. ;-)

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